Deutschlands großes Finanzportal - Homepage
Pressemitteilungen +++ Aktuelle Finanzmeldungen aus Deutschland +++ Österreich +++ Schweiz +++ und International +++    RSS Feed
Towers Watson Standpunkt: Vom Seitenstreifen auf die Überholspur: Versicherer müssen bei Telematik Farbe bekennen

Pressefoto Gero Nießen, Director, Towers Watson
„Telematik-Tarife sind sinnvoll und können sich auch in Deutschland durchsetzen. Dafür müssen Versicherer Daten allerdings zielgerichteter erheben und auswerten.“


-Gero Nießen, Director, Towers Watson

Köln, 24. September 2015 - Immer mehr deutsche Versicherer wagen sich 2015 mit Telematik-Tarifen aus der Deckung. Was Verbraucher vielfach nicht wissen: Bisherige Telematik-Tarife basieren nur auf wenigen Daten und werden noch nicht mit den relevanten Vergleichsdaten abgeglichen. So können sie derzeit gar nicht die Vorteile erbringen, die mittels Telematik möglich sind und in anderen Märkten bereits sehr erfolgreich realisiert werden. Versicherer müssen ihre Methodik deshalb dringend verfeinern – 3 Schritte auf dem Weg dorthin:

1. Mehr Mut zu vollständiger Datenerhebung
Telematik-Geräte senden die individuellen Fahrdaten zumeist direkt an den IT-Partner des Versicherers. Dieser sammelt die Daten und ermittelt daraus einen Risiko-Score, der dann dem Versicherer zur Prämienbestimmung zur Verfügung gestellt wird. Damit der Score aber den Tarif des Versicherers bestmöglich ergänzen kann, sind zwei Kriterien maßgeblich: Die Vollständigkeit der Daten und der Vergleich mit den Daten anderer Fahrer.
In punkto Vollständigkeit ist klar: Nur der sekündliche Informationsfluss garantiert, dass das Fahrverhalten adäquat im Kontext analysiert werden kann. Anhand von Geschwindigkeits- und Richtungsänderungen können zum Beispiel Fahrmanöver wie ein Überholvorgang identifiziert und auch risikotechnisch klassifiziert werden: Musste der Überholvorgang vorzeitig abgebrochen werden oder zeigen die Daten ein weitsichtiges Überholen an? Welche Wetterverhältnisse und Straßenzustände herrschten zum entsprechenden Zeitpunkt? All diese Informationen sollten die Bestands- und Schadendaten des Versicherers ergänzen. Nur dann ist die Ableitung aussagekräftiger Merkmale zur Tarifierung möglich.

2. Datenpools bilden
Darüber hinaus sind Vergleichsdaten enorm wichtig. In den USA greifen Versicherer beispielsweise auf gemeinschaftliche Datenpools zurück, in denen dann eine signifikante Masse von Autofahrten sowie Schadenerfahrung zur Verfügung stehen. So lässt sich statistisch wirklich ableiten, welche Fahrmanöver wie schadenträchtig sind. Hierzulande verfolgen Versicherer aber bislang eher abgespeckte Konzepte, mit denen sie die Telematik-Daten ihrer Kunden nicht in einen relevanten Kontext setzen können. Die Schadenerfahrungen eines einzelnen Versicherers aus den aktuellen Pilotversuchen sind für die Ableitung eines risikogerechten „Scores“ bei weitem nicht ausreichend.

3. Die Diskussion versachlichen
In den letzten Jahren zeigten Studien, dass Autofahrer Telematik-Tarife interessant finden, wenn sie dadurch Prämien einsparen können oder die Sicherheit von Familienmitgliedern (z.B. der Kinder) substantiell erhöhen können. Doch die Debatte um Datenschutz und Big Brother-Fantasien bleibt hitzig. Versicherer müssen deshalb klarer kommunizieren, wie Daten erhoben, verwertet und für die Tarifierung genutzt werden: Kunden müssen wissen, wie ihre Fahrdaten gespeichert werden und ob sie für die Nutzung durch Dritte zur Verfügung stehen. Das Verhalten von Nutzern sozialer Netzwerke zeigt, dass ein großer Teil der Bevölkerung bereit ist, für einen Vorteil (z.B. erhöhte Sicherheit oder auch Beitragsersparnis) Daten preiszugeben.

Fazit: Telematik-Tarife werden sich in bestimmten Segmenten durchsetzen. Um wirklich wettbewerbsfähig zu sein, haben die Anbieter die Nase vorn, die bei der Datenerhebung konsequent und umfassend vorgehen. Wer bei Telematik zu langsam ist, wird langfristig die schlechteren Risiken im Portfolio haben.

Gero Nießen ist Director bei der internationalen Unternehmensberatung Towers Watson in Köln und dort spezialisiert auf Pricing und Produktmanagement in der Sachversicherung.

Datum: 24.09.2015

Verantwortlich für diese Meldung:

Towers Watson
Ulrike Lerchner-Arnold
Public Relations Manager

Towers Watson
Wettinerstraße 3
65189 Wiesbaden

Eschersheimer Landstraße 50
60322 Frankfurt

T +49 611 794-218
ulrike.lerchner-arnold@towerswatson.com

http://www.towerswatson.com

weitere Meldungen zum Thema:

Towers Watson Standpunkt: Vom Seitenstreifen auf die Überholspur: Versicherer müssen bei Telematik Farbe bekennen
„Telematik-Tarife sind sinnvoll und können sich auch in Deutschland durchsetzen. Dafür müssen Versicherer Daten allerdings zielgerichteter erheben und auswerten.“ -Gero Nießen, Director, Towers Watson Köln, 24. September 2015 - Immer mehr...

Towers Watson Standpunkt: Ruhe vor dem Sturm: Wie fortschrittlich ist die PKV?
„Die Krankenversicherer müssen ihr Geschäftsmodell überarbeiten, und gerade jetzt ist die Zeit für wichtige interne Weichenstellungen.“ Stefan Bause, Director, Towers Watson Köln, 15. Dezember 2015 – Gefühlt ist etwas Ruhe in die PKV-Branche...

Willis Towers Watson tritt InsurLab Germany bei
„Digitalen Wandel in der Versicherungswirtschaft fördern und begleiten“ Köln, 9. November 2017 — Willis Towers Watson, eines der weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Advisory, Broking und Solutions, ist zum 1. November dem im Mai 2017...

Willis Towers Watson gründet Hub für fakultative Rückversicherung
Stärkung des Geschäfts in der DACH-Region Frankfurt, 4. Oktober 2017 — Willis Towers Watson (NASDAQ: WLTW) hat eine neue Plattform für das fakultative Rückversicherungsgeschäft in der deutschsprachigen DACH-Region (Deutschland, Österreich,...

bAV-Reform: Interview mit Dr. Reiner Schwinger, Willis Towers Watson
bAV-Reform: „Versorgungslohn ist ebenso wichtig wie Barlohn – das muss in den Köpfen ankommen“ Wie eine starke Alterssicherung funktioniert, ob die Reine Beitragszusage ein Renner oder Ladenhüter wird und welche Bedeutung der Versorgungslohn hat...

Willis Towers Watson führt Radar 2.0 ein
Schnelleres und differenzierteres Pricing für Schaden-/Unfallversicherer Frankfurt/Köln, 8. September 2016 — Willis Towers Watson bringt weltweit eine neue Version seiner Radar Pricing Software auf den Markt. Mit Radar 2.0 reagieren Schaden- und...

Towers Watson: Insurance Consumer Survey 2015
Verschiebung der Machtverhältnisse: Neues Kaufverhalten wälzt Versicherungsbranche um • „Generation Finanzkrise“ birgt hohes Potenzial • Wissenslücken der Verbraucher: Produkte einfacher aufsetzen • Digitale Strategie...

Towers Watson Vertriebswege-Survey zur Lebensversicherung: Bankvertrieb wieder vorne, Makler im Stimmungstief
Köln/Frankfurt, 25. November 2014 – Der Bankvertrieb hatte 2013 den größten Marktanteil beim Vertrieb von Lebensversicherungsprodukten in Deutschland und schob sich mit 28,5 Prozent vor die Ausschließlichkeitsorganisation (28,1 Prozent). Auf dem...

Fonds Finanz: 8. Hauptstadtmesse ein voller Erfolg

Besucher auf der Hauptstadtmesse © Fonds Finanz Maklerservice GmbH

Factoring: Starker Expansionskurs in Deutschland

Factoring: Starker Expansionskurs in Deutschland

Ferienhaus auch im Ausland versicherbar

Italien © CONTRA Versicherungsmakler GmbH

Sofortige Liquidität: So starten junge Unternehmen erfolgreich durch

Sofortige Liquidität: So starten junge Unternehmen erfolgreich durch

Getsurance startet Vorsorgeprogramm mit Startup Selfapy

Getsurance Co-Founder Dr. Viktor Becher