Deutschlands großes Finanzportal - Homepage
Pressemitteilungen +++ Aktuelle Finanzmeldungen aus Deutschland +++ Österreich +++ Schweiz +++ und International +++    RSS Feed
ICO – Die Alternative zum Börsengang
Für viele Unternehmen stellt sich die Frage, ob das Initial Coin Offering (ICO) eine Alternative zum traditionellen Börsengang darstellt

Berlin, 02. Oktober 2017 – Ein Unternehmen, welches einen traditionellen Börsengang mit Aktien oder Unternehmensanleihen durchführen will, muss viele regulatorische Hürden überwinden, die einen Börsengang teuer werden lassen. Deshalb werden immer wieder Alternativen gesucht, die wirtschaftlich günstiger und weniger reguliert sind.

In jüngster Zeit erfreuen sich Initial Coin Offerings, sogenannte ICOs einer immer größeren Beliebtheit gerade bei Start-ups. Das ICO nutzt hierbei das Prinzip virtueller Währungen, welches auf der Blockchain-Technologie des anonymen Entwicklers Satoshi Nakamoto beruht. Statt Aktien oder Unternehmensanleihen an die Investoren auszugeben, werden Einheiten einer neu geschaffenen virtuellen Währung (Token) verkauft, die sich noch in einer sehr frühen Phase der Entwicklung befinden.

Diese Token werden in der Regel ihrerseits mit virtuellen Währungen wie Bitcoins (btc) oder Ether (eth) des Projekts Ethereum und nicht gegen staatliche Währungen wie US-Dollar oder Euro erworben. In der Ausgestaltung der Token haben die Unternehmen einen großen Spielraum. Aber genau hier liegen die rechtlichen Tücken. Denn je nachdem, wie die Token ausgestaltet werden, können sich aufsichtsrechtlichen Probleme ergeben, die den Vorteil relativ geringer Regulierungen aushebeln können.

Ein ICO hat Ähnlichkeiten mit einem traditionellen Börsengang eines Unternehmens (sog. IPO) und verbindet diese mit Elementen der Schwarmfinanzierung („Crowd Investing“). Dies macht es auch für viele deutsche Blockchain-Startups sehr interessant.

Es stellt sich daher die Frage, wie ein ICO nach deutschem Recht aufsichtsrechtlich zu bewerten ist. Zu klären sind insbesondere die Frage eines Erlaubnisvorbehalts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) sowie die Notwendigkeit, einen Verkaufsprospekt über den ICO und die angebotenen Token erstellen zu müssen.

Eine Vielzahl von Gesetzen, die traditionelle Finanzinstrumente und Anlageformen erfassen, sind auf den ICO nicht anwendbar. Je nach Ausgestaltung der Token kommt jedoch eine Regulierung nach dem Vermögensanlagegesetz (VermAnlG) in Betracht. Dies könnte dann zur Folge haben, dass ein öffentlicher Verkaufsprospekt für ein öffentliches Tokenangebot erstellt werden müsste.

Handelt es sich um einfache Token der sog. Plain-Vanilla-Variante, die dem Inhaber keine weiteren Rechte außer der Inhaberschaft selbst gewähren, dürften diese kaum als Vermögensanlagen eingeordnet werden.

Geben die Token dem Inhaber jedoch ein zusätzliches Bezugsrecht für weitere Token nach festgelegten Regeln, können diese Token unter Umständen etwa Vermögensanlagen i.S.d. § 1 Abs. 2 Nr. 1 VermAnlG darstellen, wenn das Bezugsrecht beispielsweise an den wirtschaftlichen Erfolg des ausgebenden Unternehmens gekoppelt wird. Die Ausgestaltung der jeweiligen Token ist daher von entscheidender Bedeutung für die rechtliche Einordnung eines ICO nach deutschem Recht.

Für Emittenten, die sich an deutsche Anleger wenden, kann das deutsche Aufsichtsrecht auch nicht dadurch umgangen werden, dass der Sitz der Gesellschaft, welche die Token anbietet, im Ausland liegt. Richtet sich das Angebot an deutsche Anleger ist auch deutsches Aufsichtsrecht anwendbar.

Gerade ein ICO bedarf einer sorgfältigen rechtlichen Vorbereitung.

Ein ICO ist keine per se unregulierte Möglichkeit der schnellen Kapitalbeschaffung. Es ist eine Alternative, die einer sehr sorgfältigen Planung und rechtlichen Ausgestaltung des ICO durch einen Experten bedarf. Nur so kann gewährleistet werden, dass der ICO entweder gar nicht oder aber unter eine der zahlreichen Ausnahmen des VermAnlG fällt. Dies ist gerade für Jungunternehmen wichtig, da hierdurch Kosten und Aufwand des ICO signifikant gesenkt werden können.
Nur so kann gewährleistet werden, dass Aufwand und Kosten des ICO auch und gerade für Start-ups in einem sinnvollen Verhältnis zum erwarteten Erfolg stehen. Und nur dann stellt ein ICO auch tatsächlich eine Alternative zu traditionellen Kapitalbeschaffungen für Unternehmen dar.

Bei sorgfältiger Gestaltung des ICO-Vorhabens durch rechtswirksame ICO-Bedingungen und Beachtung der weiteren gesetzlichen Regeln im Vorfeld kann ein ICO nach deutschem Recht professionell und vor allem rechtlich sicher durchgeführt werden. CLLB Rechtsanwälte steht Ihnen bei der rechtlichen Vorbereitung und Umsetzung Ihres ICO zur Seite.

Datum: 04.10.2017

Verantwortlich für diese Meldung:

CLLB Rechtsanwälte
CLLB Rechtsanwälte
RA Alexander Kainz
Liebigstrasse 21, 80538 München
Fon: 089/552 999 50
Fax: 089/552 999 90
Mail: kainz@cllb.de

http://www.cllb.de

weitere Meldungen zum Thema:

ICO – Die Alternative zum Börsengang
Für viele Unternehmen stellt sich die Frage, ob das Initial Coin Offering (ICO) eine Alternative zum traditionellen Börsengang darstellt Berlin, 02. Oktober 2017 – Ein Unternehmen, welches einen traditionellen Börsengang mit Aktien oder...

Factoring: Alternative Finanzierungslösung gegen steigende Kredithürden
Kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland haben das Investitionstal verlassen und investieren mit erhöhter Zuversicht in den Aufschwung. Oftmals suchen KMU zur Finanzierung ihrer Expansion den Weg zu Banken und Sparkassen. Dieser...

Factoring: Alternative Unternehmensfinanzierung im Trend
Zahlungsziele von mehr als 60 Tagen, beträchtliche Außenstände bei einer niedrigen Eigenkapitalquote – für mittelständische Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe sowie der Dienstleistungsbranche mit gewerblichen Kunden stellt Factoring ein...

DSS Vermögensverwaltung: Niedrigzinsen begünstigen alternative Geldanlagen
Waren es 2009 noch 13,8 Milliarden Euro, sind es 2015 nur noch 4,4 Milliarden. Jetzt werden Stimmen laut, die Bundesregierung müsse den Sparern unter die Arme greifen. Die Rede ist zum Beispiel von einer Verdopplung des Sparerfreibetrags auf Zinsen...

Factoring als alternative Finanzierungsmöglichkeit gegen steigende Kredithürden
Der Mittelstand hat das Investitionstal von 2014 verlassen und investiert mit steigender Zuversicht in den deutschen Aufschwung. Zur Finanzierung des Zuwachses suchen KMU vermehrt den Weg zu Banken und Sparkassen (KfW Mittelstandspanel 2015). Der...

Erster Börsengang und neuer Gründerboom, Investitionen und Finanzierungen
BioRegion STERN: Erfolge auf ganzer Linie (Stuttgart) - Die BioRegion STERN gehört seit Jahren zu den großen und erfolgreichen BioRegionen in Deutschland. Die zahlreichen Meldungen, ein aktueller Börsengang sowie Neugründungen und Investitionen von...

Vienna Life informiert: Geldanlage in Liechtenstein – die sichere Alternative
Von der Finanz- in die Schuldenkrise: Dem aktuellen Kapitalschutzreport 2015 der Zeitschrift Smart Investor zufolge macht Europas Politik es Anlegern derzeit schwer, rentierlich und krisenfest zu investieren. Die Ergebnisse verdeutlichen für Vienna...

Alternative Finanzierungsmodelle für kleine Unternehmen
Wie aus der Unternehmensbefragung der Kreditanstalt für Wiederaufbau hervorgeht, klagen 28 % aller Firmen, mit weniger als einer Million Euro Umsatz, über Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme. Knapp ein Fünftel aller Unternehmen, die weniger als...

accura audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft verstärkt den Bereich start-ups

Wirtschaftsprüfer Steuerberater Michael Jonas Trier

Nullzins-Falle: Mediziner fürchten Selbst-Kannibalisierung ihrer Altersrücklagen

Knuth Browatzki und Dr. Siegfried Kade, Geschäftsführer der Dr. Kade Stiftungsberatung KG

Matthias Brauch (BISS) als Sprecher des BiPRO-TAUS bestätigt

Matthias Brauch (BISS), wiedergewählter Sprecher des BiPRO-TAUS

Privatimus´ Personenschutz - Informationsplattform und Personenschutz - Recruiting Portal geht online

Zeeshan Nasir und Sven Leidel, beide Partner der Privatimus

Finanzunternehmen in der Legacy-Falle – neue Wege in eine offene IT-Welt senken die Kosten und machen Digitalisierung möglich

Das sollte ein Software Defined Mainframe unterstützen (Copyright by TmaxSoft)

Freibeträge: Die Steuererstattung noch 2017 kassieren

Steuerring Logo